Wer gerne Gold kaufen möchte, hat dafür verschiedene Möglichkeiten. Hier stelle ich euch die einzelnen Optionen kurz vor.

Physischer Erwerb

Der physische Erwerb von Gold in Form von Barren oder Münzen wird für jene, denen es vor allem um Krisenabsicherung geht, erste Priorität haben. Denn nur so kann das Gold im Zahlungsverkehr sofort eingesetzt werden. Diese Möglichkeit muss man sich aber teuer erkaufen. Je kleiner die Stückelung des Goldes, desto höher ist der Aufschlag, den man auf den eigentlichen Börsenpreis zahlen muss. Darin spiegeln sich die Gewinnmarge und die Transport- und Versicherungskosten des Händlers wieder.

Ich habe mal die Aufpreise eines großen deutschen Goldhändlers ausgerechnet. Für einen 10 Gramm Barren sind 5,2% fällig, für eine Feinunze 3,6% und für einen 1-Kilo-Barren genau 1%. Mit zunehmender Verwertbarkeit steigt der Aufpreis also.

Da das Gold unterm Kopfkissen denkbar schlecht aufgehoben ist, muss zudem ein Tresor daheim oder ein Bankschließfach her. Letztere gibt es ab ca. 50 Euro im Jahr. Damit sich der Erwerb von physischem Gold lohnt, muss der Preis also schon deutlich steigen. Wobei es den Käufern hierbei in erster Linie ja auch nicht um Spekulation geht…

Hinweis: Nach 1 Jahr Haltedauer sind Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold steuerfrei.

Gold-ETC

ETC steht für Exchange Traded Commodity. Es handelt sich um Gold-Zertifikate, die physisch besichert sind. Die Lagerkosten gehen dabei zulasten des Kurses. Man kann sich das Gold liefern lassen, dabei ist der Lieferpreis aber höher als der Buchpreis, da auch hier Transport- und Versicherungskosten fällig werden. Am bekanntesten ist der ETC „Xetra-Gold“ der Deutschen Börse. Dieses verursacht jährliche Verwahrkosten von ca. 0,3% p.a., abhängig von der Bank und Rückgabeabschläge beim Verkauf.

Unbesicherte Gold-Zertifikate

Neben ETCs gibt es noch Zertifikate ohne physische Besicherung, beispielsweise in Form von Optionsscheinen. Hier besteht folglich auch kein Lieferanspruch, sondern es erfolgt immer ein Barausgleich. Theoretisch besteht bei diesen Zertifikaten ein Emittentenrisiko, das heißt die Rückzahlung hängt an der Zahlungsfähigkeit der ausgebenden Bank.

Unverbriefte Gold-Derivate

Die Zertifikate sind zwar auch Derivate, jedoch als Wertpapier verbrieft. Das macht sie für viele Privatanleger leichter zugänglich und ermöglicht kleinere Stückelungen. Natürlich kann man Gold-Optionen oder Gold-Futures aber auch direkt an der Terminbörse erwerben. Hierfür benötigt der Anleger jedoch einen Zugang zur Terminbörse. Wer professionell genug ist, findet hierin die günstigste Möglichkeit Gold zu kaufen.

Goldproduzenten-Aktien

Grundsätzlich gewinnt man auch mit dem Kauf der Aktie eines goldfördernden Unternehmens wie etwa Goldcorp oder Barrick Gold Exposure zur Goldpreisentwicklung. Hierbei gilt jedoch zu beachten, dass der Goldpreis zwar eine Einflussgröße auf den Aktienkurs des Unternehmens ist, jedoch nicht die einzige. Unternehmensspezifische Faktoren spielen nämlich eine ebenso große Rolle. Was bringt der höchste Goldpreis, wenn die Firma beispielweise schlecht gemanagt wird?! Die Korrelation zwischen Aktienkurs und Goldpreis ist zwar positiv, jedoch zu weit entfernt von 1. Solange sich der Goldpreis so nahe am Cost Price der Produzenten bewegt, wie er es in den letzten Jahren tat, gilt es noch etwas zu beachten. Die Aktienkurse der Goldförderer reagieren dann mitunter sehr sensibel auf Veränderungen des Goldpreises, so dass diese Aktien gefühlt einen Hebel auf den Goldpreis bieten.

Fazit

Fortgeschrittene, termingeschäftsfähige Anleger sollten aus Kostengründen das Ursprungsgeschäft in Form von Optionen und Futures abwickeln, sofern die große Stückelung von über 100.000 USD pro Goldfuture kein Hindernis ist.

Alle anderen Anleger sollten sich die Frage stellen, ob Ihnen die physische Verfügbarkeit wichtig ist. Wenn das der Fall ist, sollten sie zum Gold-ETC greifen, wenn nicht, tut es auch ein unbesichertes Zertifikat.

Vom direkten physischen Erwerb rate ich ab, sofern man dies nicht im größeren Stil betreibt und Skaleneffekte beim Einkauf und der Lagerung nutzen kann. Goldaktien sind kein verlässliches Instrument um an der Goldpreisentwicklung zu partizipieren.


Dominic arbeitete nach Banklehre und Wirtschaftsstudium für eine Privatbank als Portfoliomanager und verwaltete große Vermögen. Auf seinem Blog Der Portfoliomanager schreibt er über schlaue Geldanlage – mit dem Ziel, die Rendite seiner Leser vorm Nullzins zu retten.