[Anzeige]: Dieser Artikel wurde gesponsert, ist aber natürlich dennoch gewohnt kritisch.

Wusstet ihr eigentlich, dass ich eine dunkle CFD -Vergangenheit habe? Die Abonnenten meines Newsletters wissen es, weil ich schon mal einen kurzen Podcast zu dem Thema aufgenommen habe.

CFDs sind bekanntermaßen Contracts for Difference, also Differenzkontrakte. Es sind letztlich derivative Instrumente, die die Wertentwicklung eines Basiswerts (teilweise hoch gehebelt) nachbilden. Der Knackpunkt bei der Sache: CFDs werden nicht an der Börse, sondern auf dem Zweitmarkt gehandelt, spricht direkt beim Emittenten.

Für den Einsteiger wirkt der CFD-Handel zunächst einmal recht charmant. Handelsgebühren gibt es so gut wie keine, die Spreads sind niedrig. Konten sind schnell eröffnet, die Handelsplattformen wirken ansprechend und verleiten zum Handeln.

Damit verleiten CFDs ganz klar zum Daytrading, ja bis hin zum Sekundenhandel. Doch eines darf man dabei nicht vergessen: Es handelt sich um nicht regulierte Finanzinstrumente. Optionen und Futures werden an der (deutschen) Terminbörse gehandelt, unterliegen damit einer Börsenregulierung und die Preisbildung ist fair und nachvollziehbar.

All das trifft auf CFDs nicht zu. Sie werden auf Schattenplattformen der jeweiligen Anbieter gehandelt bzw. OTC gehandelt, der Kunde hat nicht wirklich einen Anspruch darauf, dass das Derivat dem Basiswert folgt, dass gewisse Standards eingehalten werden. Die Preise werden nicht durch Angebot und Nachfrage bestimmt, sondern die Gegenpartei macht den Preis. Eine Orderbuchtiefe wie an der Eurex gibt es nicht.

Damit ist es das perfekte Zockerinstrument für leichtgläubige Privatanleger, die meinen, ein großes Rad drehen zu müssen. Eben jene Anleger, denen ein Tick im DAX- oder Bund-Future viel zu groß ist. Beim Bund bewegt man ja schließlich sechsstellige Summen pro Kontrakt und die Margins sind recht hoch.  Auch wenn Mini-Futures immer mal eine Mode sind, so hat diese Eintrittsbarriere ja doch ihren Sinn. Derivate richten sich nun mal nicht an Anfänger, sondern allenfalls an versierte Privatanleger und aufwärts.

Ich muss ca. 18 Jahre alt gewesen sein, als ich morgens in der Schule unterm Tisch mit CFDs gezockt habe. Ich habe damals alles ausprobiert. Theoretisch hätte ich es bereits damals besser wissen müssen. Ich hatte Praktika bei bekannten Value Investoren hinter mir, hatte die einschlägige Literatur schon Jahre zuvor gelesen und agierte auch schon ein Weilchen am regulären Aktienmarkt.

Doch der Reiz war zu groß und da ich damals recht gut verdiente, habe ich den Account mal mit etwas Spielgeld kapitalisiert. Den maximalen Hebel von 400 habe ich damals auch ausgenutzt, wenige Ticks sorgten also für Jubel oder Entsetzen. Es lief auch eigentlich ganz gut, ich war zwischenzeitlich viele hundert Euro im Plus. Eine Strategie hatte ich nicht wirklich – ich handelte im wesentlichen vermeintliche Minutentrends, die ich am Chart ablas.

Es kam, wie es kommen musste. Ich setzte meinen Account innerhalb von ein oder zwei Stunden auf null und verlor etwa 1000 Euro, wenn ich mich nicht irre. Hat mir zwar den Tag versaut, war weiter allerdings nicht tragisch. Wenn ich daran denke, dass ich im gleichen Jahr eine Tesla mit Einstand von etwa 20 Dollar im Depot hatte, wäre das Geld dort allerdings besser aufgehoben gewesen. (Die Tesla habe ich damals übrigens natürlich viel zu früh mit „nur“ 90% Gewinn verkauft).

Das war mein früher Ausflug in die CFD-Sphäre und sollte auch der einzige bleiben – Gott sei Dank professionalisierte sich mein Anlageverhalten spätestens zu Beginn der Bankkarriere.

Ich sehe gerade bei diesem Vergleich verschiedener CFD-Broker von Netzsieger, dass mein ehemaliger Anbieter scheinbar immer noch dick im Geschäft ist und derzeit sogar als Testsieger präsentiert wird. Der 400-fache Hebel ist der heutigen Jugend mittlerweile wohl etwas lahm, denn scheinbar wurde der Maximalwert auf 1:500 erhöht. Krasse Sache.

CFDs werden vom Verbraucherschutz und den Regulierungsbehörden übrigens argwöhnisch beäugt – wohl zurecht. Ein Verbot steht nicht in Aussicht, allerdings hat es die BaFin auf die Nachschusspflicht abgesehen. Das kann ich nur unterstützen. Jeder soll mit seinem Geld machen können, was er will, solange es ihn nicht ins absolute Elend stürzt.

Was ja auch ganz interessant ist: Der CFD-Markt ist zwar in den letzten Jahren stark gewachsen, doch in absoluten Zahlen immer noch sehr klein. Wir reden da über gut 40.000 Kunden. Vergleicht man das mit der großen Anzahl der Anbieter, muss das für jeden Anbieter mit nur wenigen tausend Kunden schon ein gutes Geschäft sein – trotz niedriger Gebühren.

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Über den Autor

Dominic arbeitete nach Banklehre und Wirtschaftsstudium für eine Privatbank als Portfoliomanager und verwaltete große Vermögen. Auf seinem Blog Der Portfoliomanager schreibt er über schlaue Geldanlage – mit dem Ziel, die Rendite seiner Leser vorm Nullzins zu retten. Mehr

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