Ich war früher immer erstaunt, wie wenig Geld viele junge Menschen auf der hohen Kante haben. Bei manchen waren es einige hundert Euro, bei anderen vielleicht wenige tausend Euro. Aber die Anzahl derer, die bereits in jungen Jahren über fünfstelliges Vermögen verfügen, ist erstaunlich gering. Dabei startet es sich mit einem solch großzügigen Polster einfach besser in die Twenties. Anhand des folgenden Beispiels möchte ich darlegen, wie es unabhängig vom familiären Hintergrund möglich ist, die Schule mit 30.000 Euro an Ersparnissen zu verlassen.

Angenommen ein Schüler arbeitet während der Oberstufe nebenbei in der Gastronomie. Schon mit ca. zwei Schichten erreicht erreicht er die 450 Euro mit seiner geringfügigen Beschäftigung. Abgaben zahlt er keine, brutto = netto. Das sind im Jahr 5.400 Euro bzw. in drei Jahren 16.200 Euro. Deckt er seine Ausgaben mit seinem wie hoch auch immer ausfallenden Taschengeld, so bleibt es bei diesen Beträgen. Nehmen wir an, dass er sich im Monat noch 200 Euro des Verdienstes für Konsum abzweigt, bleiben immer noch 3.000 Euro im Jahr übrig, bzw. in Summe 9.000 Euro. Hinzu kommen die gängigen Geldgeschenke von Oma, egal ob klein oder eher großzügig. Ebenfalls hinzu kommt Trinkgeld, was 10 Euro pro Schicht sein kann, aber abends auch schnell mal 50 Euro.

Es ist also überhaupt kein Problem, sich in drei Jahren ein fünfstelliges Vermögen anzusparen. Da sich in der Gastronomie typischerweise einiges unter dem Steuerradar abspielt, muss bei 450 Euro im Monat auch keinesfalls Schluss sein.

Angenommen der Schüler arbeitet zwei Mal pro Woche 6 Stunden zum Mindestlohn von 8,50 Euro, dann kommen im Monat schon 408 Euro bei rum. Und das ist ein Zeitaufwand, unter dem die schulischen Leistungen noch nicht zwingend leiden werden.

Geht man jetzt von einem Szenario günstiger Umstände aus, sprich schwarzer Mehrverdienst, hohes Trinkgeld und niedriger Konsum, so kann der Schüler bei Verlassen des Gymnasiums 25.000 Euro gespart haben. Beginnt er nicht bei null oder hat schon vorher gejobt (Nachhilfe, Zeitung austragen, Ferienjobs etc.), dann sind 30.000 Euro durchaus drin.

Studiert er im Bachelor dual, bzw. arbeitet nebenher weiter, so ist es durchaus möglich, dass er nach dem Studium mit noch mehr – und nicht weniger – Geld dasteht.

Der Gastronomie-Job ist nur ein Beispiel, es führen sicher viele Wege zum Ziel. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur sagen, dass die Mitschüler, die in der Gastronomie gearbeitet haben, über weitaus am meisten Geld verfügt haben und sich das auch für mich damals gut bewährt hat.

Und wofür der ganze Stress? Naja, mit 30.000 Euro kann man einige Menge anstellen:

  • Man kann sich selbst an teureren Universitäten ein Masterstudium selbst finanzieren.
  • Man kann nach dem Studium eine Weltreise aus der Portokasse zahlen ohne im letzten Drecksloch schlafen zu müssen. Da bleibt sogar noch richtig viel übrig.
  • Man kann sich einen drei Jahre alten Porsche Boxster vor die Tür stellen.
  • Man hat das nötige Eigenkapital für den Erwerb einer Eigentumswohnung von ca. 100.000 Euro, wofür es in großen Teilen der Republik  ja durchaus noch kleinere Wohnungen gibt.
  • Als es noch Zinsen gab, hat man auf so einen Betrag risikolos 1000 Euro p.a. Zinsen verdient, davon leben viele Studenten einen Monat.

Den Bachelor in der Tasche und in der eigenen Wohnung wohnen? Gar nicht so abwegig!


Dominic arbeitete nach Banklehre und Wirtschaftsstudium für eine Privatbank als Portfoliomanager und verwaltete große Vermögen. Auf seinem Blog Der Portfoliomanager schreibt er über schlaue Geldanlage – mit dem Ziel, die Rendite seiner Leser vorm Nullzins zu retten.

Pin It on Pinterest

Shares