Mir ist es einfach ein Rätsel: Wann auch immer ich in einer geschäftigen Postfiliale eine gefühlte Ewigkeit in der Schlange stehe, um ein verpasstes Paket abzuholen, tätigen die Menschen vor mir ihre Bankgeschäfte in einer mir unverständlichen Art und Weise. Nicht nur, dass ich meine privaten Angelegenheiten nur äußerst ungern mit 40 wartenden After-Worklern im Rücken erledigen wollte, nein, vielmehr ist auch der Blick nach vorne alles andere als erhebend. Der typische Mitarbeiter ist, Verzeihung Postbank, optisch nicht gerade eine Offenbarung. Und da geht es mir beileibe nicht um das Aussehen des Menschen an sich, sondern um ein einfach sehr unglückliches modisches Erscheinungsbild. Der oberste Hemdenknopf offen, der Krawattenknoten auf Halbmast, kurze Ärmel, Ohrring bei Männern, ungeschnittene Fingernägel und so weiter und so fort.

Dabei ist es doch so einfach, wenn man einige wenige Kniffe beachtet. Damit müsste man sich auch im Private Banking nicht verstecken und letztendlich gilt doch die Devise „Dress up“, sprich Kleidung und Ambitionen sind in engem Zusammenhang.

Hier deshalb vier wichtige Punkte, die jeden Anzugträger optisch nach vorne bringen: 

  1. Gescheites Schuhwerk ist lederbesohlt und rahmengenäht – und kommt ganz selbstverständlich geputzt daher. Ich würde einem Oxford den Vorzug vorm Derby geben und in der Regel kommen runde Kappen eleganter daher als spitze oder gar eckige.
  2. Das Hemd hat bitte langärmelig zu sein, denn alles andere ist erst recht im beruflichen Kontext ein modischer Faux-pas. Auch nach Feierabend sieht es hochgekrempelt um Welten besser aus als das kindische Pendant.
  3. Button-down-Krägen sind in den USA zwar in der Geschäftswelt verbreitet, in Europa jedoch in Kombination mir einer Krawatte eigentlich nicht gern gesehen. Wer den Effekt mag, kann zum Tab-Kragen greifen (Verbindung der beiden Kragenseiten unter dem Krawattenknoten). Der kommt überaus adrett daher.
  4. Zweierlei Accessoires geben der Erscheinung ein wenig Pfiff: Einstecktuch und Umschlagmanschetten. Beides lieber schlicht gewählt, da ansonsten die Gefahr droht, ins Dandyhafte abzugleiten.

Ja viel mehr ist eigentlich nicht zu sagen. Damit wäre den meisten White-Collar-Arbeitern schon immens geholfen, einen halbwegs seriösen Eindruck zu machen. Dafür, dass viele Postbanker und Sparkassler hässliche Krawatten im Corporate Design tragen müssen, können sie ja nichts. Nur Auszubildenden sei noch ans Herz gelegt, dass Manschettenknöpfe und Pochette von vielen Kollegen als etwas „zu viel des Guten“ wahrgenommen werden, sodass zumindest in den Lehrjahren weniger mehr ist.


Dominic arbeitete nach Banklehre und Wirtschaftsstudium für eine Privatbank als Portfoliomanager und verwaltete große Vermögen. Auf seinem Blog Der Portfoliomanager schreibt er über schlaue Geldanlage – mit dem Ziel, die Rendite seiner Leser vorm Nullzins zu retten.