Ich möchte heute kurz eine Lanze für unternehmerische Direktinvestitionen brechen. In Zeiten von (1) niedrigen Zinsen, (2) hohen Aktienkursen und (3) ebenso hohen Immobilienpreisen fragt sich manch einer, wo das Geld überhaupt noch gut und vor allem rentabel aufgehoben ist.

Investitionen in nicht börsengehandelte Unternehmen sind vor dem Hintergrund äußerst interessant, wenn auch für viele Anleger zugegebenermaßen eher unkonventionell und nicht sehr naheliegend.

Dabei meine ich gar nicht mal unbedingt nur das eigene Geschäft. Meine Leser wissen, dass ich unternehmerisch tätig bin. Natürlich investiere ich viel Geld in diesen Bereich, aber insbesondere Investitionen in andere Opportunitäten können charmant sein. Das ist dann innerhalb eines ohnehin riskanten Umfelds eine Form der Diversifikation.

Kleines Beispiel: Ein befreundeter Unternehmer eröffnet in Großbritannien gerade eine neue Premium-Asia-Imbiss-Kette. Er ist ein erfolgreicher Serial Entrepreneur und kennt die Branche. Ich wiederum kann den Standort sehr gut einschätzen. Ich beteilige mich an der Gesellschaft mit einem kleinen Minderheitsanteil. Der Verlust würde mir nicht sonderlich wehtun, gleichzeitig sind die Renditen im Plan- bzw. Erfolgsfall äußerst ansehnlich. Bei Direktinvestitionen reden wir gleich über deutlich zweistellige Renditen. Schon klar, dass Gastronomie bzw. hier eher Retail Convenience heiße Eisen sind. Aber ich nehme das Risiko in Kauf.

Wer noch jung ist und am Anfang seines Berufslebens steht, sollte sowas nach ausführlicher Einschätzung häufiger machen – gerade im aktuellen Umfeld. Der Großteil des Lebenszeiteinkommens liegt noch vor einem, man riskiert also faktisch nicht viel.

Klar braucht man dafür entsprechende Opportunitäten. Ich denke aber, dass doch einige Menschen Leute im Bekanntenkreis haben, die unternehmerisch tätig sind. Solche Projekte brauchen Vorlaufzeit, Vertrauen und vieles mehr – aber irgendwann wird man dann vielleicht doch mal gefragt, ob man nicht einsteigen will. Erst recht, wenn der Partner sieht, dass man selbst vielleicht schon anderweitig unternehmerisch tätig ist. Ich kann Jens Spahn und seine derzeit viel diskutierte Beteiligung an Pareton in diesem Zusammenhang absolut verstehen – von genau solchen Investments spreche ich.

Nicht zu verwechseln sind übrigens Direktinvestitionen über geschlossene Fonds, die ihre Blüte ja zum Glück schon vor einiger Zeit gesehen haben. Aber vielleicht sind Immobilien-Crowdinvestment noch interessant, denn die Merkmale sind in vielen Punkten vergleichbar. Das Portfolio ist konzentrierter als beim Fondskauf, die Renditen sind höher (das Risiko auch) und gleichzeitig lässt man jemand anderen den Hauptteil der Arbeit machen. Einziger Unterschied ist hier, dass wir uns streng genommen auf der Darlehensseite bewegen. Letztlich also nicht ganz vergleichbar, wenn auch vielleicht für einige ein Anfang.

Wagt einfach mehr und haltet die Augen offen nach Chancen im persönlichen Umfeld! Fast alle wohlhabenden Menschen, die ich kenne, nutzen eine Art von unternehmerischem Gespür – nicht immer muss man dafür selbst gründen.

Über den Autor

Dominic arbeitete nach Banklehre und Wirtschaftsstudium für eine Privatbank als Portfoliomanager und verwaltete große Vermögen. Auf seinem Blog Der Portfoliomanager schreibt er über schlaue Geldanlage – mit dem Ziel, die Rendite seiner Leser vorm Nullzins zu retten. Mehr

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