Immense Konsumschlacht

Schaut man dieser Tage in die Einkaufszonen der Republik, könnte man meinen, bald breche die Apokalypse aus. Es wird gekauft und konsumiert, was das Zeug hält.

Vor kurzem habe ich im Radio gehört, dass der Einzelhandel diesen Dezember einen Rekordumsatz von 50 Mrd. Euro erwartet. Die Wirtschaft brummt, den Leuten scheint es gut zu gehen.

Weihnachten ist den Deutschen viel wert. Die Gesamtkosten des Festes sind natürlich höher als der reine Wert der Geschenke, auch wenn diese den Löwenanteil ausmachen. Laut Statista geben die Deutschen pro Person ca. 460 Euro für Weihnachten aus. Allein für Geschenke sind es 266 Euro.

Ein guter Teil davon, nämlich knapp 70 Euro, sind Geld- oder Gutscheingeschenke. Schon absurd, wenn man überlegt, dass im ganz großen Stile einfach Geld untereinander hin und her geschoben wird. Fast so absurd, wie der scheinbar übliche Brauch, bei Kindergeburtstagen einen Zehner zu verschenken. Da schenkt sich die ganze Clique jeweils einen Zehner zum Geburtstag, ohne dass die Eltern merken, dass man sich die ganze Zeit einfach nur im Kreise dreht. Verrückt. Ebenso bei Weihnachten.

Time for some mindfulness, isn't it?

Muss das denn wirklich sein? Ich will ja gar nicht, dass das ganze Land plötzlich seine Weihnachtsgewohnheiten überdenkt. Das würde die Wirtschaft gar nicht verkraften. Für den Buchhandel zum Beispiel macht das Weihnachtsgeschäft ein Viertel des Jahresumsatzes aus. Bei Juwelieren ist es sicher nicht anders.

Es reicht, wenn ihr als meine Leser ein wenig Mindfulness praktiziert. Entschleunigt euch, besinnt euch, meidet die Fußgängerzonen wie die Pest (und steuert stattdessen direkt den Glühweinstand an – jetzt erst recht!).

Schenkt Kleines, aber Feines, was eben keine 300 Euro kostet. Gönnt euch natürlich dennoch schöne Festmahle und einen Baum – das gehört einfach dazu und ist ja auch wunderbar. Und wenn die Nordmann-Tanne 45 Euro kostet, denkt euch einfach, der Münchner Baum im Artikelfoto war garantiert teurer (sofern nicht gestiftet?). Packt die Ersparnis gleich aufs Depot. Dazu schreibt Lukas weiterführend auch: Mit Weihnachtsgeschenken 156.000 Euro versenken?

Schenkt nicht so viel Mist, den keiner wirklich braucht. Schenkt nicht das Zeug, dass dem anderen mühsam ein Lächeln abverlangt. Harry G erinnert uns in diesem Video, was besser nicht unter dem Weihnachtsbaum landen sollte.

Habt ihr in eurem Umfeld schon mal die Idee einer geschenkfreien Weihnacht diskutiert? Finde ich auch einen schönen Gedanken, mein Umfeld spielt da leider nicht mit.

In diesem Sinne: Haltet durch, es sind jetzt nur noch 4 Tage.

P.S.: Wer sich jetzt fragt, wo obiges Bild aufgenommen wurde: Ammergauer Alpen im letzten Winter. Was ich da gemacht habe, erfahrt ihr in meinem Neujahrsartikel nächste Woche…

Über den Autor

Dominic arbeitete nach Banklehre und Wirtschaftsstudium für eine Privatbank als Portfoliomanager und verwaltete große Vermögen. Auf seinem Blog Der Portfoliomanager schreibt er über schlaue Geldanlage – mit dem Ziel, die Rendite seiner Leser vorm Nullzins zu retten. Mehr

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